Skulpturen Wettbewerb „Kirche und Synagoge“

  • Posted on: 3 January 2017
  • By: CME

Johan Tahon Entwurf von November 2016Die hannoversche Landeskirche rief gemeinsam mit der Hanns-Lilje-Stiftung einen Skulpturen-Wettbewerb unter dem Motto „Kirche und Synagoge“ ins Leben. Im November 2016 wurde der belgische Künstler Johan Tahon zum Sieger gekürt. Sein Entwurf für eine Bronze-Skulptur zeigt zwei Frauen, die mit einer Bibel bzw. einer Tora in der Hand das Christentum und Judentum verkörpern. Die Verbildlichung von Kirche und Synagoge als Frau steht in der Tradition der mittelalterlichen Ikonografie. Symbolisch solle die Skulptur für einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Juden und Christen stehen.

Die hannoversche Landeskirche möchte mit diesem Kunstwerk einen vor vier Jahren beschlossene Verfassungsänderung versinnbildlichen. 2013 hatte die Synode sich einstimmig für einen neuen Passus am Beginn der Kirchenverfassung ausgesprochen. Darin heißt es, die Kirche sei „durch Gottes Wort und Verheißung mit dem jüdischen Volk verbunden“.

Insgesamt reichten sechs Künstler aus Europa und Israel ihre Entwürfe ein. Die Jury setze sich unter anderem zusammen aus der Direktorin des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover, Katja Lembke, sowie dem hannoverschen Rabbiner Gabor Lengyel. Die Präsidentin des Landeskirchenamtes, Stephanie Springer, kündigte an, dass die Kirche mit insgesamt rund 50.000 Euro Kosten rechne. Alleine für die Herstellung der Skulptur seien rund 30.000 Euro nötig.

Die Enthüllung der lebensgroßen Skulptur ist für den 4. Mai 2017 geplant. Ihr Standort: zwischen der Neustädter Hof- und Stadtkirche sowie der in der Reichspogromnacht 1938 abgebrannten Synagoge in Hannover.

 

Bild: HkD Hannover