Kunstpreis für Michael Bry

Der Kulturpreis der Stadt Regensburg geht heuer an den 93-jährigen Fotografen Michael Bry. Er erhalte den mit 10.000 Euro dotierten Preis für sein herausragendes Lebenswerk, teilte die Stadt am Freitag mit.

Der Fotograf wurde 1924 in Breslau geboren. Im Alter von 13 Jahren floh er mit seiner Familie vor dem Nationalsozialismus nach Chile. Dort besuchte er später die Kunstakademie Bellas Artes in Santiago. Die USA, Mexiko, Spanien und Portugal sind wichtige Stationen seines künstlerischen Wirkens. Bry zeigte seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen und gab vielbeachtete Fotobücher heraus.

Seit mehr als zehn Jahren lebt Michael Bry in Deutschland. In Regensburg habe er seine kreativste Wirkungsstätte gefunden. Bry habe das kulturelle Leben der Stadt durch sein künstlerisches Wirken, seine dokumentarische Arbeit und "seine kluge Beobachtungsgabe" maßgeblich bereichert, hieß es in der Begründung der Jury.

Außerdem vergab die Stadt drei Kulturförderpreise. Sie gehen an die Kostümbildnerin Annkathrin Selthofer, den Jazzgitarrist Andreas Dombert sowie an das Atelier Kunst Inklusiv, das vor allem als ein herausragendes künstlerisches Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung ausgezeichnet wurde. 2013 von der Katholischen Jugendfürsorge ins Leben gerufen, soll das Projekt Menschen mit und ohne Behinderung einen Ort für ihr künstlerisches Schaffen geben, an dem sie ihre künstlerischen Fähigkeiten entdecken und zum Ausdruck bringen können.

Zahlreiche Ausstellungen, Aktionen und Programme seien seit Beginn des Projekts umgesetzt worden, hieß es. Die drei Kulturförderpreise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Sie sollen im Juli bei einem Festakt in der Regensburger Minoritenkirche übergeben werden.